Test BMW 530d xDrive: High-Tech-Bayer

Über die BMW-Nieren bzw. das Wachstum des Kühlergrills wurde in Foren wild diskutiert. Beim Facelift des 5er können wir uns die Diskussion sparen können, denn die BMW-Nieren sind zwar etwas breiter aber keinesfalls „auffällig“ vergrößert worden. Ja, der 5er bleibt sich optisch treu, was aber nicht bedeutet, dass nichts Neues beim Facelift zu erhaschen ist. Vom Design wurde zwar nur leicht aber doch überarbeitet. In Auge fällt unter anderem die neue Lichtsignatur bzw. die verschönerten LED-Scheinwerfer. Das Laserlicht erkennt man zukünftig an bläulichen Streifen am Frontscheinwerfer. Adaptiert wurden auch die Heckleuchten in L-Form. Dazu gibt es neue Farben und sportlichere Felgen. Ob man einen roten Bremssattel unbedingt sein Eigen nennen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Der BMW 5er ist auch länger als der Vorgänger – allerdings nur um 27 Millimeter.

Neues von der Technikfront. Die Vier- und Sechszylinder erhalten ein 48-Volt-Mild-Hybrid-system mit zusätzlichen 11-PS zur Entlastung des Verbrenners. Plug-In-Varianten gibt es zudem nun gleich fünf. Im Testauto war ein Sechszylinder-Diesel (530d) verbaut, der mit seinen 286 PS den Hunderter in 5,4 Sekunden schafft. Ein recht flottes Kerlchen mit saftigen 650 Newtonmetern Drehmoment, das obendrein einen interessanten, dezent knurrigen Sound abgibt. Gefahren wird im 5er mit serienmäßigem 8-Gang-Automatikgetriebe. Im Test lagen wir in Sachen Verbrauch bei durchschnittlich sieben Litern. Laut BMW können es im Schnitt fünf sein. Ob der Größe und Stärke wie immer gute Werte. Noch weniger verbraucht die Plug-In-Variante. Vorausgesetzt, man fährt viel elektrisch und vergisst nicht auf das Laden. Beim 530e sollen es um die 1,6 Liter sein. Auf Langstrecken sind solche Werte natürlich mehr Wunsch als Realität. Beim Bayern kommen Otto- und Dieselmotoren mit einer Leistung von 184 bis 340 PS zum Einsatz. Über das Fahrwerk gibt es nur eines zu berichten. Eines der besten am Markt. Dass der Innenraum passt, darf man alleine aufgrund des Startpreises von EUR 63.050,- (530d) erwarten. Zum Infotainment: Sehr viele Möglichkeiten, Assistenten und andere technische Bereiche exakt auf die eigenen Bedürfnisse einzustellen. Trotzdem einigermaßen übersichtlich angeordnet. Gut funktioniert hat die Sprachsteuerung – die Spracheingaben werden erkannt, sofern man keine Pizza ordert oder gleichzeitig der Beifahrer während der Befehlseingabe den Mund offen hat.

Was es nicht alles gibt. Der Test-530d war mit allem erdenklichen Dingen, die es so am Markt gibt, vollgestopft. Da kommen manche Sachen zum Einsatz, die es anderswo nicht gibt. Beispielsweise wäre hier das Operating System 7. Dahinter verstecken sich unter anderem: Ein Rettungsgassenassistent, der selbständig eine Rettungsgasse bildet. Interessant auch der Drive Rekorder. Dieser zeichnet auf Wunsch mit den Kameras der Fahrassistenzsysteme Videos der Fahrt durch spannende Landschaften auf (max. 40 Sekunden). Ob man derartige Dinge gegen Aufpreis braucht, ist eine andere Geschichte.

Preislich startet der BMW 5er bei EUR 49.950,- als 518d mit 48-Volt Mildhybird. Mit dem Preis könnten wir leben. Aber: Mit diversen Nettigkeiten wie elektrisch schwenkbarer Anhängekupplung, Laserlicht, Harman Kardon Sound, Wärmepaket (Lenkradheizung, Standheizung,…), Driving Assist Professional, M-Sportpaket, xDrive (Allrad) und zig anderer Dinge, in der Ausstattungsliste, schraubt sich der Preis allerdings ziemlich in die Höhe. Das Testauto kostete ganze EUR 112.938,-! Generell ist es beim 530d extrem schwierig Mängel oder Negatives zu finden. Sich über die fünf Meter Gesamtlänge in Bezug aufs Parkhaus zu unterhalten bringt jedenfalls wenig. Da kann das Auto nix dafür – zudem sind eh viele Assistenten eingebaut, die da helfen.

Eckdaten:

BMW 530d Limousine (BMW 530d xDrive Limousine):

Reihensechszylinder-Dieselmotor, Mild-Hybrid-Technologie 8-Gang Steptronic Getriebe, (BMW xDrive)
Hubraum: 2 993 cm
3, Leistung: 210 kW/286 PS bei 4 000 min-1 max. Drehmoment: 650 Nm bei 1 500 – 2 500 min-1 Beschleunigung [0 – 100 km/h]: 5,6 Sekunden (5,4 Sekunden) Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (250 km/h)

Verbrauch kombiniert: 4,6 – 4,5 l/100 km (5,0 – 4,8 l/100 km) CO2-Emissionen kombiniert: 122 – 118 g/km (131 – 125 g/km) Abgasnorm: Euro 6d

Autor: Werner Christl, 17.12.2020